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Foto: Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales

Ein Jahr Housing First

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Vor einem Jahr startete Housing First Berlin. Viele fragten sich damals, kann das funktionieren? Woher soll der Wohnraum kommen, in den die Klient*innen einziehen sollen? Und wie soll das Unterstützungsangebot aussehen, wenn alles freiwillig ist? Nach 12 Monaten zeigt sich, wie erfolgreich der Ansatz Housing First entgegen der anfänglichen Bedenken bereits umgesetzt werden konnte.

„Endlich wieder eine eigene Wohnung“ – Pressekonferenz nach einem Jahr Housing First

Anlässlich der einjährigen Laufzeit fand in der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales eine Pressekonferenz mit allen Trägern des Projekts statt. Neue Chance, Berliner Stadtmission, der Sozialdienst Katholischer Frauen, Sozialsenatorin Elke Breitenbach und eine ehemalige Wohnungslose kamen dabei zu Wort. Sie lebt dank des Projekts wieder in einer eigenen Wohnung. Besonders die Wohnraumakquise wurde zu Beginn des Projekts immer wieder kritisch betrachtet. Wer stellt auf dem angespannten Berliner Wohnungsmarkt schon Wohnraum für wohnungslose Menschen zur Verfügung, war häufig die Frage. Doch die Zahlen sprechen für sich – bereits nach einem Drittel der Laufzeit hat Housing First Berlin 20 der veranschlagten 40 Wohnungen erfolgreich vermitteln können. Entsprechend zieht Projektleiterin Corinna Müncho eine positive Bilanz:

„Nach einem Jahr Housing First Berlin zeigt sich, dass unser Weg richtig ist. Wir haben Menschen in eigene Wohnungen vermittelt, deren Vergangenheit von Misserfolgen und Obdachlosigkeit geprägt wär. Nun heißt es, sie so zu unterstützen, dass ein selbstbestimmtes Leben in gesichterten Verhältnissen möglich ist.“

Wissenschaftlicher Zwischenbericht bestätigt positive Tendenz

Püntklich zur Pressekonferenz wurden auch die Evaluationsergebnisse der Alice-Salomon-Hochschule unter der Leitung von Suanne Gerull veröffentlicht. Untersucht wird, wie erfolgreich der Ansatz und die Instrumente von Housing First Berlin sind. In der ersten Zwischenbilanz zeigt sich, dass das Projekt sich in der Akquise von Wohnraum selbst übertroffen hat. Ebenso scheinen die Instrumente zur Betreuung zu funktionieren und „die bereits im Konzept vorgesehenen empowernden und motivierenden Methoden Sozialer Arbeit (NC/BS 2018: 13) werden in der Praxis auch angewandt“, so heißt es im Zwischenbericht. Housing First Berlin bietet Möglichkeiten, „die in anderen Bereichen der Wohnungslosenhilfe kaum denkbar wären“, heißt es am Ende des Berichts. Abschließend bewerten die Wissenschaftler*innen Housing First in der Zwischenbilanz ihrer Evaluation als durchweg positiv. Alle Informationen findet ihr auf housingfirst.berlin.